Zum Nachmittag in Zürich

Wir riefen für 15 Uhr zu einer antikapitalistischen Demonstration auf dem Helvetiaplatz auf. Das Ziel war (und ist) fortschrittliche Politik am 1. Mai dortin zu tragen, wo die Konsequenzen der kapitalistischen Stadtaufwertung am fassbarsten sind. SexarbeiterInnen, DruckerInnen und Garagisten werden vertrieben, gewünscht sind Europaalleen. Wir sind nicht damit einverstanden, den 1. Mai auf dem Zünfterplatz zu feiern – der 1. Mai gehört auf die Strassen des Kreis 4.

 

Mehrere hundert Personen folgten diesem Aufruf. Um 15 Uhr besammelte man sich auf dem Helvetiaplatz. Es wurde die autonome Volksrepublik Aussersihl ausgerufen und es wurden Lieder gesungen, es gab Reden zu Repression, Aufwertung und der Kontinuität sozialdemokratischer, grüner und jetzt “alternativer” Polizeiführung. Rund um den Helvetiaplatz gab es Feuerwerk und Rauch, lautstark wurden Parolen gerufen. Im Quartier fuhren derweil Velogruppen durch die Strassen, die Feuerwerk entzündeten. Um 16 Uhr gingen wir zurück auf den revolutionären Treff.

Linke Politik war auf dem Helvetiaplatz sicht- und fassbar. Dieses Ziel wurde erreicht. Aber: Mit einem Grossaufgebot von Stadt- und Kantonspolizei wurde eine Demonstration durch das Langstrassenquartier verhindert. Die politische Verantwortung dafür trägt der Polizeivorsteher Wolff. Am 1. Mai ist Politik auf dem Platz der Zünfter und Bonzen erlaubt – dort aber, wo der Kapitalismus Leute aus ihren Wohnungen und Arbeitsplätzen vertreibt, werden Demonstrationen verhindert.

Kommt auf das Kanzleiareal im Kreis 4, es gibt Konzerte und Barbetrieb. Ab 18 Uhr findet in der Kanzleihalle die Veranstaltung “Internationalismus konkret!” statt, zudem wird der Film “Art War” über die revolutionäre Graffitis in Ägypten gezeigt.

Der 1. Mai im Kreis 4 statt auf dem Zünfterplatz!

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