NO WAR ON NORTHERN SYRIA!

Auch die Schweizer Wirtschaft und Politik spielt in diesem Krieg eine Rolle

Die Lage in Rojava ist weiter ernst. Von Entspannung der Lage kann keine Rede sein. Die Vorbereitungen der türkischen Besatzungsarmee für einen großflächlige militärische Invasion laufen weiter: Drohnen Überflüge zur Luftaufklärung sind deutlich zu hören, die türkische baut weiter ihre Stellungen an der Grenze aus und hat ihre Artillerie einsatzfähig gemacht. Die Howitzer sind bereit zum Feuer. Nach dem sich Erdogan längere Zeit in Schweigen gehült hatte, inszenierte er sich bei einem Liveauftritt im
türkischen Fernsehen vor wenigen Tagen. Er sprach offen vom baldigen Beginn einer Militäroperation im Osten des Euphrats und nannte dies „Endlösung für den Terror“. Die türkischen Medien liefern die notwendige nationalistische Stimmungsmache, laufen auch Hochtouren und überschlagen sich in Berichten über die Angriffspläne. Vernichtungsphantasien werden offen im Fernsehen präsentiert. Auch auf Twitter ist festzustellen, dass die Propagandaaktivitäten des türkischen Geheimdienstapparates zugenommen haben. Seit einigen Tagen kursieren unterschiedliche gefälschte Videos welche sich immer wieder des gleichen Schematas bedienen: QSD-Kämpfer foltern und ermorden arabische Zivilisten. Mit diesen Videos wird versucht Stimmung zu erzeugen und den Freiheitskampf der KurdInnen zu delegitimieren. Die Fälschung der Videos ist leicht zu entlarven: Die Uniformen sind ähnlich zu denen der QSD, aber nicht die gleichen und in jedem Video ist eine QSD-Fahne überauffällig im Video platziert.

Innerhalb Rojavas wird verstärkt mit vom türkischen Staat koordinierten Anschlägen gerechnet. Es gibt insbesondere darüber Informationen, dass der
türkische Staat Pläne zur Ermordung bekannter politischer und militärischer Persönlichkeiten vorbereitet, die eine Vorreiterrolle bei der Rojava-Revolution gespielt haben.

Gestern traff in Ankara der nationale Sicherheitsrat der Türkei zusammen (MGK). Dieser Rat bestimmt die türkische „Sicherheitspolitik“ und ist in
entscheidend in der Frage des Beginn türkischer Militäroperationen. Dauerhafte Mitglieder des MGK sind Präsident: Recep Tayyip Erdoğan,
Premierminister: Binali Yıldırım Nationaler Verteidigungsminister: Fikri Işık, Außenministerin: Mevlüt Çavuşoğlu, Chef des Generalstabs: General
Hulusi Akar, Kommandant der Landstreitkräfte: General Salih Zeki Çolak, Kommandant der Seestreitkräfte: Admiral Bülent Bostanoğlu, Kommandant der Luftwaffe: General Abidin Ünal und Generalkommandeur der Gendarmerie: Yaşar Güler.

Im Januar 2018 begann die Invasion auf Afrin acht Tage nachdem der MGK sich getroffen hat. Nach dem Treffen machte der türkische Verteidigungsminister deutlich: „Wenn Ankara nicht in der Lage ist, eine Einigung mit Washington zu erzielen, wird die Türkei gezwungen sein, die Sicherheitszone selbst zu schaffen.“ Erdogan sprach auf dem Treffen von der Schaffung eines „Friedenskorridor“.

Das Erdoğan-Regime befindet sich sowohl innen- als auch außenpolitisch in der Krise. Um aus dieser verfahrenen Situation herauszukommen, sucht die
Türkei auf internationaler Ebene nach Erlaubnis, um Nord- und Ostsyrien zu besetzen. Ankara muss zwischen den Interessen Russlands, des Irans, der
syrischen Regierung in Damaskus und des NATO-Partners USA hin- und hermanövrieren. Die Genehmigung für einen weiteren Einmarsch in Syrien haben die Amerikaner bisher noch nicht gegeben. Die Spannungen und Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Imperialistischen Kräften können aber jederzeit zu einer dramatischen Veränderung der Lage führen und es ist liegt auf der Hand, dass die Amerikaner die Situation für sich
nutzen, um der Demokratischen Föderation ihre Politik aufzuzwingen. Für die Amerikaner ist Nordsyrien die größte Trumpfkarte gegenüber der Türkei. Wir sollten nicht vergessen das Washington Ankara seit Jahren grünes Licht gibt, sowohl im Luftraum wie auch mit Bodentruppen im Nordirak nach Belieben zu wüten. Die Besatzung Südkurdistans erfolgt mit Zustimmung der USA und ist Teil der Strategie die kurdische Befreiungsbewegung zu zerspalten.

Die Operation Kralle 2, welche das Ziel hat die Guerilla in den freien Bergen zu zerschlagen und Südkurdistan zu besetzen wird täglich ausgeweitet. Die türkischen Besatzungspläne werden immer offener von den südkurdischen Regierungspartei PDK (Barzani) unterstützt. Die türkische Besatzung wird in Südkurdistan in gemeinsamen Operationszentren der Regierungspartei PDK und dem türkischen Geheimdienst MIT koordiniert. Die Angriffe auf Südkurdistan müssen auch als Vorbereitung auf einen Angriff gegen Rojava gewertet werden, sodass ein Angriff von möglichst vielen Richtungen erfolgen kann.
Die Vorbereitungen gegen einen türkischen Angriffskrieg auf Hochtouren. In den Grenzregionen von Gire Spi und Kobani finden weiter menschliche
Schutzschildaktionen statt, an denen sich Tausende Menschen beteiligen. In allen Regionen der betroffenen Gebiete finden Versammlungen in den Räten und Kommunen statt. Die Bevölkerung ist bereit gemeinsam mit den Verteidigungseinheiten YPG / YPJ und den Demokratischen Kräften Syrien
(QSD) ihre Revolution und ihre Freiheit zu verteidigen.

Wir rufen alle demokratischen und revolutionären Kräfte auf sich weiterhin auf einen möglichen Angriffskrieg gegen Rojava vorzubereiten!

Die militärische, wirtschaftliche und diplomatische Zusammenarbeit zwischen der Türkei, den USA, der NATO und den europäischen Staaten muss aufgedeckt und politisch angegriffen werden. Keine Unterstützung für Erdogan, sein Regime und seinen Krieg! Keine Waffenlieferung und keine finanzielle oder politische Beihilfe zur türkischen Vernichtungspolitik!

Sollte es zum Tag X kommen, dem Beginn einer türkischen Invasion: geht auf die Straße, macht Aktionen, besetzt, stört und blockiert! Zeigt den

Verantwortlichen in den Regierungsbüros und Firmensitzen was ihr von ihrem Krieg haltet! Gemeinsam können wir den Angriffskrieg der Türkei stoppen!
Kein Krieg gegen Nordsyrien!

rojava, ypg, ypj, krieg, revolution, #riseup4rojava, #fight4rojava

Aufruf zu Day X:

Aufruf zu Tag X: NO WAR ON NORTHERN SYRIA!

Solidarität heisst Widerstand! Heraus zum 1. Mai!

POLITWOCHENENDE ZÜRICH 20. – 22. APRIL ZÜRICH

Freitag 20. April, 19.00, Volkshaus Zürich: Rojava: Die aktuelle Kriegslage und ihre Bedeutung für die längerfristige Perspektive

In Echtzeit getwitterte Frontverläufe verstellen teils den Blick auf die darunter liegende Kriegslage. Wir wolleneinen Schritt zurücktreten und mit Erst-Hand-Einschätzungen aus Rojava und Qandil versuchen zu verstehen, wie sich der Charakter des Krieges derzeit verändert. Entlang welcher strategischer Linien agiert die kurdische Freiheitsbewegung und was bedeutet der Übergang zur Guerilla-Strategie im besetzten Afrin? Und nicht zuletzt: Was bedeutet dies für die internationalistischen Kräfte in Europa?

Samstag, 21. April, Kanzleiareal Zürich

14.00 –  15.30: Der grüne Marx und der Ökosozialismus heute

Die Ausbeutung von Arbeit und Natur ist in der kapitalistischen Gesellschaftsformation eine System- und Klassenfrage. Sie ist nicht durch ökomodernistische Reformen oder Transformationen, sondern nur durch eine sozialistische Revolution lösbar. Marx und Engels haben  dies bereits erkannt. In ihrer Tradition steht der neue Ökosozialismus  seit Beginn des 21. Jahrhunderts. Vortrag von Christian Stache, Autor von Kapitalismus und Naturzerstörung

15.45- 17.00: Arbeitskampf bei Amazon: Vortrag und Diskussion mit dem Streik-Solidaritätsbündnis Leipzig

In den Verteilzentren von Amazon herrscht ein despotisches Arbeitsregime: Abläufe sind in kleinste Arbeitsschritte zerlegt, die Arbeit wird digital kontrolliert und rationalisiert, der Betriebsablauf ist auf höchste Effizienz getrimmt. Für die Arbeiter*innen heisst das: monotone Abläufe, ständige Arbeitshetze und Dauerüberwachung. Doch Widerstand gegen diese digitalisierte Ausbeutung ist möglich: In Leipzig haben die Arbeiter*innen bei Amazon letztes Jahr einen Streik organisiert, in Berlin gab es mit „make amazon pay“ eine breit angelegte politische Kampagne. Unsere Gäste vom Streik-Solidaritätsbündnis aus Leipzig berichten vom Streik, von den Solidaritätsaktionen und über Strategien der radikalen Linke in sozialen Kämpfen.

17.15 – 18.30: Gesundheitssektor vor dem Ausverkauf.

Im Kanton Zürich hat es in den letzten Jahren mehrere Versuche gegeben, Spitäler zu privatisieren. Stets stiessen die Verantwortlichen auf Widerstand. Mit einer neuen Angriffsstrategie stehen nun die grossen Stadtspitäler Triemli und Waid im Zentrum der Privatisierungsversuche. An der Veranstaltung beleuchten wir, wieso der Gesundheitsbereich immer wieder angegriffen wird und wieso sich Widerstand lohnt und möglich ist.

Revolutionäre Linke und Arbeitskämpfe.
Ausgehend von den zwei Veranstaltungen möchten wir Möglichkeiten einer Arbeitskampfpolitik aus revolutionärer Perspektive diskutieren.

19.00-20.30: Inge Viett: Revolutionärer Internationalismus im Aufbruch von `68

Gemeinsam mit der Militanten der Bewegung 2. Juli wollen wir aus der Geschichte der revolutionären Bewegung Lehren für heute ziehen. Welche Rolle spielte die internationale Solidarität mit dem Vietcong oder mit den Kämpfen in Palästina im revolutionären Aufbruch vor 50 Jahren? Was bedeutet die Dynamik zwischen Befreiungskrieg und (bewaffnetem) Kampf in den Metropolen für unseren Kampf mit und um Rojava?

Sonntag, 22. April, Kanzleiareal Zürich

15.00 – 16.30: RechtspopulistInnen an der Macht
Wie würde es aussehen, wenn die SVP zusammen mit der FDP alleine regieren würde? Nicht das die Sozialdemokratie eine Alternative wäre, doch würde die politische Rechtsentwicklung wohl noch schneller voranschreiten als sie es ohnehin schon tut. Genau dies ist in Österreich der Fall. Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) regiert zusammen mit der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Wer sind diese Parteien und ihre ExponentInnen genau? Was ist von der Regierung zu erwarten? Wie sieht der Widerstand dagegen aus? Diesen und anderen Fragen werden wir zusammen mit einer Antifa-Aktivistin aus Wien auf den Grund gehen.

17.00 – 18.30: Zwischen Kufiya und Kalashnikov: Palästinas Jugend im Widerstand

Junge Aktivisten aus Palästina berichten über die Dynamiken und Entwicklungen des Widerstandes sowie über die verschiedenen beteiligten Kräfte der palästinensischen Jugend. Von unterschiedlichen Formen des Kampfes, vom bewaffneten Widerstand und revolutionärer Organisierung.

19.00 – 20.30: Frauen im baskischen Widerstand

Nekane und eine befreundete Aktivistin berichten über die Bedeutung der baskischen Bewegung und ihre verschieden Formen. Sie erzählen über Wege und Gründe der Politisierung baskischer Frauen.

Zudem über das ganze Wochenende: Essen, Diskussionen, Siebdruck, alles über den diesjährigen 1. Mai und vieles mehr!