1. Mai: Widerstand von unten bauen

Die Lebensbedingungen der Lohnabhängigen, Angestellten und erwerbslosen Menschen geraten immer weiter unter Druck. Rechnungen, Miete, Krankenkassenprämien brigen so manchen Haushalt in finanzielle Probleme. Die Reichsten erhalten Steuerdeals, worauf im Sozialbereich eine Kürzung die andere jagt. Während Steuerhinterziehung kaum gehandet wird, werden Sozialhilfeempfänger*innen observiert und ihre Rechte werden eingeschränkt. Asylsuchende werden weggesperrt, ausgegrenzt und sollen an allen Problemen schuld sein.

Die bürgerliche Demokratie tritt nach unten und trifft die Ärmsten. Auch wenn die Lebensrealitäten innerhalb der proletarischen Klasse sehr verschieden sind, gehen die Angriffe von oben alle etwas an. Auf die Verschlechterung der Lebensverhältnisse der einen folgt früher oder später eine Verschlechterung für die anderen. Dieses Muster gilt nicht nur für die Schweiz, sondern weltweit.

Die Angriffe des Kapitals bringen immer wieder grosse klassenkämpferische Bewegungen hervor, beispielsweise die “Gilets Jaunes” in Frankreich. Gegen die doppelte Ausbeutung durch Patriarchat und Kapital sind am 8. März unzählige Frauen* auf die Strasse gegangen – in Spanien beteiligten sich hunderttausende Frauen* am feministischen Streik. Auch in der Schweiz bewegt sich etwas. Unzählige regionale Kollektive bereiten für den 14. Juni einen Frauen*streik vor. Zusätzlich schliessen sich Menschen zusammen, um gegen die Missstände in der Pflegearbeit vorzugehen, in der insbesindere Frauen* unter prekären Umständen arbeiten. Auch die Schüler*innen kämpfen dafür, Massnahmen gegen den Klimawandel der Anhäufung von Profit voranzustellen. Dabei greifen auch sie auf das Mittel des Streiks zurück und lassen sich nicht durch Reformen abspreisen.

Auf der Gegenseite schliessen sich Reiche und Faschist*innen zusammen, um die Profitmaschine Kapitalismus am Leben zu erhalten. Der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist der neuste Ausdruck dieser Entwicklung. Gleichzeitig verwalten die bürgerliche “Mitte” und die Sozialdemokratie den jetzigen Zustand, dessen fester Bestandteil Waffenexport und Krieg ist und der Leid über so viele geflüchtete, obdachlose von Armut betroffene und arbeitstätige Menschen bringt.

Eine der augenscheinlichsten Konfrontationen zwischen fortschrittlichen und faschistischen Kräften findet in Rojava statt, wo die Kurd*innen trotz des immerwährenden Angriffs durch die türkische Armee Erdogans mit Leib und Seele für die Befreiung der Frauen*, für eine ökologische und solidarische Gesellschaft kämpfen.

Wir stehen an der Seite von all jenen Menschen, die sich den rassistischen, antifeministischen, antiproletarischen und zuweilen faschistischen Kräften in den Weg stellen und eine solidarische Alternative aufbauen. Wir pfeifen auf die bürgerlichen Parlamente und en Staat, die den Kapitalismus nie abschaffen werden. Wir bauen Widerstand von unten auf und kämpfen für eine solidarische, klassenlose Gesellschaft. Lassen wir uns von der Kraft der Kämpfe auf der ganzen Welt anstecken!

Was läuft am 1. Mai 2019 in Zürich?

27./28. April Politwochenende zum 1. Mai auf dem Kanzleiareal

1. Mai

09.30h Revolutionärer Block, Besammlung auf dem Helvetiaplatz

13.00h Revolutionäre Abschluss Kundgebung mit Anna Jaclard (Alternative Libertaire, Frankreich), danach Konzert mit La Nefera & Kaotik Trio (Basel), Bar und Infostände auf dem Kanzleiareal.

Kanzleiturnhalle ab 18 Uhr: Diskussionen und Erfahrungsaustausch über die Kämpfe in Frankreich und den 1. Mai in Paris mit Anna Jaclard.

“We need to take guns” Filmvorführung

über das Internationale Freiheits-Bataillon in Rojava – am 4. Mai um 20h im Kino Koch-Areal

 

„… We need to take guns…“ entsteht im Sommer 2017, zusammen mit den vier das Internationale Freiheits-Bataillon (IFB) tragenden revolutionären Organisationen: BÖG, TKP ML/TİKKO, MLKP-Rojava und IRPGF.
Wir reisen von Qamischlo über Serêkaniyê nach Rakka ins Fronttabûr des IFB. Dort führen wir mit zahlreichen anarchistischen, antifaschistischen, kommunistischen und antiimperialistischen Internationalist*innen aus der ganzen Welt Diskussionen über Motivationen, revolutionären Internationalismus sowie Strategie und Taktik des in Rojava geführten Krieges und was wir daraus lernen.